„Wer Gesundheit hat, hat Hoffnung. Und wer Hoffnung hat, der hat alles“ – Benjamin Franklin

Sarkopenie– Muskelschwund im Alter?

 

Die Sarkopenie wird häufig im Alter (ab ca. 70Lebensjahr) als zusätzliches geriatrisches Syndrom der körperlichen Veränderung bezeichnet.

Dies bedeutet, dass die Muskelmasse, Muskelkraft und Muskelleistung weiterhin abbauen. Studien in Europa und USA zeigen auf, dass zwischen 30% – 50% (Frauen/Männer) der über 80-Jährigen davon betroffen sind.

Durch mangelnde Bewegung z.B. durch chronische Erkrankungen, Verletzungen, Operationen aber auch die Bequemlichkeit lassen im Laufe der Jahre die Muskulatur verändern. In der Regel kommt es zu Funktionsveränderungen. Muskeln verkürzen oder schwächen weiterhin ab. Hinzu kommen multiple also viele verschiedene Erkrankungen oder körperliche Veränderungen. Der Prozess ist schleichend ohne, dass es sich der Patient bewusst ist.

Sowie eine verminderte und proteinarme Ernährung in Kombination mit einer mangelnden Aktivität verschlechtern rasant den Muskelzustand.

Kommen dann zusätzlich Gleichgewichtsstörungen, Stürze, Frakturen hinzu, folgt somit auch die Bettlägerigkeit und schließlich ein noch schnellerer Abbau der Muskelmasse und Kraft.

In der „Bed Rest studies“ erkannte man bei einer Immobilisation von gesunden über 80Jährigen innerhalb von 10 Tagen eine 30% Reduktion der Muskelproteinbiosynthese. Das bedeutet, es kam zu einem 10% Verlust der Muskelmasse und 16% der Muskelkraft.

Kann man vorbeugen?

Auf jeden Fall!

Eine moderate Trainingseinheit aus verschiedenen Bewegungseinheiten (Kraft, Mobilität und Ausdauer) von ca. 2,5 Stunden/ Woche sind empfehlenswert.

Und eine ausgeglichene Ernährung von essenziellen Aminosäuren. Da im Alter Eiweiße im Körper schlechter verarbeiten können, müssen diese vermehrt zugeführt werden.

In der Kombination der Ernährungsumstellung (Fett und Kohlenhydrate reduzieren, Protein-Anteil erhöhen), sowie einer zusätzlichem zusätzlichen Krafttraining erzielen selbst Patienten im höheren Alter eine Verbesserung des Gesundheitszustandes und erzielen somit ein neues Stück an Lebensqualität.

Tipps für essenzielle Aminosäuren sind unter anderem weißes Fleisch, Fisch und Hülsenfrüchte und Nüsse.

(Achtung, Wurstware zählt nicht zu einer ausgewogenen Ernährung, sondern bedingen nur weitere chronische Erkrankungen)

 

Quellen:

Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, CME Zertifizierte Fortbildung, Diagnostisches und therapeutisches Vorgehen bei Sarkopenie, Publikation 20.September 2021, Springer Medizin Verlag GmbH Teil von Springer Nature 2021

Akutgeriatrie, Universitätsspital Basel, Sarkopenie: Definition, Diagnostik und Therapie, Daniel Buess, Reto W. Kressig, Praxis 2013, Verlag Hans Huber, Hogrefe AG, Bern

Muskelabbau und funktionelle Einschränkungen: „Mit guter Ernährung lässt sich Sarkopenie bremsen“, Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, 26.07.2017